HSG-ABC Teil 4

W wie Wahlbereich

Im Assessmentjahr können Studenten relativ wenig wählen. Dies ändert sich ab dem Bachelor. Dann weitet sich der Wahlbereich aus. Die Studenten haben aber keine Garantie die gewünschten Modulen auch belegen zu können, darüber entscheidet das Bidding.

X wie x/e*(a*x)

Mathematik ist nicht jedermanns Lieblingsfach. Dennoch müssen – ausgenommen von den Jus-Studenten – alle Assessies Mathematik belegen und möglichst gut darin abschneiden, um nicht zu viele Minuspunkte zu erhalten. Für Leute, deren Stärke nicht Mathe ist, gibt es die Übungen in reduzierter Geschwindigkeit. Wer grössere Schwierigkeiten in diesem Fach hat, kann freiwillig den Einführungskurs Mathematik besuchen.

Y wie Yeti

Wer hat den Yeti schon gesehen? Als das Maskottchen der Startwoche fungiert dieses Jahr das weisse, haarige Wesen. Zuweilen treibt er in den Räumen der Universität sein Unwesen. Im verschneiten Laax machen sich dann die Gewinner der Fallstudie auf die Suche nach dem Yeti.

Z wie Zimmer

Die Universität bietet die Möglichkeit Räume für Gruppenarbeiten oder Lerngruppentreffen zu reservieren. Dies kann über den Link auf studentweb.unisg.ch getan werden oder am besten via Link auf myunisg.ch. Ein Zimmer kann frühstens sechs Tage im Voraus für maximal vier Stunden reserviert werden. Vor allem in der Lernphase herrscht ein grosser Ansturm auf die Zimmer.

190

So viele Partneruniversitäten hat die Uni in der ganzen Welt. Um eine davon besuchen zu können, muss im Assessmentjahr ein Notenschnitt von mindestens 4.5 erreicht, sowie ein gültiger Englischsprachnachweis eingereicht werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, über das Freemoverprogramm an irgendeine Uni zu gehen.

1898

In diesem Jahr wurde die Uni St.Gallen als Handelsakademie gegründet. Damals befand sich der Campus jedoch noch nicht an dem Rosenberg. Der Umzug hierhin erfolgte 1963.

Kolumne: Project X

Schock! Der Schlüssel bewegt sich keinen Millimeter. Langsam dämmert es mir. Mein Mitbewohner hat unsere Wohnungstür von innen verschlossen, den Schlüssel stecken lassen und mich für eine Nacht auf den Hausflur verbannt. Dabei habe ich mich nach der ersten WG-Party so auf mein kuschliges Bett gefreut. Aber jetzt raus aus dem Traum und zurück in die Realität. Phase 1 meines Notfallplans sieht die umgehende Alarmierung meines Mitbewohners vor. Die Frage aller Fragen: Wie reisst man einen Studenten aus dem Tiefschlaf, ohne die gesamte Nachbarschaft aus den Federn zu holen? Rücksicht und Toleranz haben auch bei mir ihre Grenzen, und ich starte mein nächtliches Projekt. Von Sturmklingeln, lautem Rufen und Telefonterror bis hin zu Steinchen-ans-Fenster-Werfen bleibt nichts unversucht. Doch mein Mitbewohner befindet sich nach wie vor im Winterschlaf. Müdigkeit senkt jede Hemmschwelle, und ich werfe mich erledigt im Hausflur auf den harten Boden, wo ich bis in die Morgenstunden vor mich hin vegetiere. Die Sekunden schleichen dahin, während ich vergebens nach der perfekten Schlafstellung suche. In aller Frühe passieren zahlreiche Nachbarn mein Quartier und erkundigen sich nach meinem Befinden. Meine Antwort: Auch wenn der Hausflur und ich nun eine ganze Nacht miteinander verbracht haben, bleibt mein Bett die Nummer eins. (Anja Mesmer)

Wir feiern die ganze Nacht

Betrunken Fahrrad fahren, Wasserballonattacken, Alkoholleichen: Die Assessies haben im Ausgang bereits einiges erlebt. Doch wo feiert es sich am besten?

Enges Aufeinandertreffen, heisses Tanzen. (Bild Livia Eichenberger)

Enges Aufeinandertreffen, heisses Tanzen. (Bild Livia Eichenberger)

ST.GALLEN. «Das Trischli hat uns besser gefallen als das Ele», meinen Katarina und Viktoria. «Der Ausgang hier ist nicht schlecht, aber ich ziehe die Bars den Clubs in St.Gallen vor. Besonders gefiel mir die Box», erwidert Anastasija, welche vor der Bar auch schon aus heiterem Himmel mit Wasserballons beworfen wurde. Bemerkenswert findet die Zürcherin, dass sie dort Drinks erhalten hat, von denen sie noch nie gehört hatte. Wer hingegen das Bedürfnis nach einem Afterparty-Snack verspürt, sollte sich ins Kränzlin begeben, eine Shishabar, welche auch rund um die Uhr Döner anbietet. Techno, House oder Hip-Hop? Wichtig ist den partyfreudigen Studenten vor allem die Musik. Die Geschmäcker sind so verschieden wie die Menschen selber: Einigen gefällt die in den Clubs gespielte Mainstreamund Deephouse-Musik, andere hoffen auf Hip-Hop oder Techno. Alle ausser Leonard sind sich jedoch einig, dass die Clubs überfüllt sind. «Besser zu voll als zu leer», meint der Assessie dazu. Die überfüllten Clubs haben jedoch einen Vorteil: Man kommt sich durch den engen Körperkontakt zwangsläufig näher. Denn Kontakte knüpfen die Studenten gerne, auch wenn nicht jeder jeden sympathisch findet. «Die Männer sind hier ziemlich von sich selbst überzeugt», beobachtet Anastasija. Auf die Frage, welche Anmachsprüche sie bereits gehört hat, erzählt sie uns von diesem Juwel: «Hey, vielleicht sitzt man ja in der Vorlesung mal nebeneinander!» Mit diesem Spruch lässt sich garantiert jede Frau für sich gewinnen. Auch Leonard kommt aus Zürich. Seine Kommilitoninnen seien im Gegensatz zu seinen Stadtgenossinnen aber nicht so hochnäsig. Den Westschweizern Ludo, Luca und Lucas nach gilt an der HSG Klasse statt Masse: Zwar dominieren die Männer anzahlmässig, doch die wenigen Frauen könnten sich durchaus sehen lassen. Alkohol macht frivol Doch als wie trinkfest beweisen sich die HSG-Studenten? Berge an Flaschen vor dem Trischli zeugen vom Umweltbewusstsein unserer zukünftigen Entscheidungsträger. Manche überschätzen dabei ihre Kompetenzen: Studenten erzählen uns von nächtlichen Fahrradstürzen in nicht ganz nüchternem Zustand und von abholbereiten Alkoholleichen. Wacht jetzt jeder Assessie mit einem Kater am nächsten Morgen auf? Nein, denn glücklicherweise stellen diese Fälle eine Seltenheit dar. Die meisten Studenten können ihren Alkoholpegel unter Kontrolle halten. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es auch solche gibt, welche einen gemütlichen WG-Abend der durchzechten Nacht vorziehen. Aussicht auf heiteres Vergnügen Im Abendprogramm folgt der Clubbesuch auf die Homeparty. Das Um-die-Häuser-ziehen stärkt den Zusammenhalt und lässt die Assessies auch ausserhalb der Gruppe Kontakte knüpfen. Die eine oder andere Freundschaft hält so vielleicht auch ein Leben lang an. Damit solche Beziehungen auch später noch entstehen, organisieren die verschiedenen Studentenvereine regelmässig weitere Events. Deren Vielfalt zeugt von ihrer schöpferischen Hingabe: Die neuen Assessmentstudenten können sich in Zukunft auf BadTaste-Vergnügen, Bootparties und exquisite Bälle freuen. Bild: Livia Eichenberger Enges Aufeinandertreffen, heisses Tanzen. (Marios Vettas & Laura Rufer)

Externe Lernhilfen – ein Geschäft mit der Angst

Dubiose Anbieter nutzen Ängste aus, um Geld zu verdienen.

Dubiose Anbieter nutzen Ängste aus, um Geld zu verdienen.

St.GALLEN. «Wisst ihr, wie hoch die Durchfallquote an der HSG ist?» Mit diesen Worten riss mich ein junger Mann aus meinen Träumereien. Es war mein erster Unitag und ich hatte keinen blassen Schimmer. «Etwa die Hälfte», erklärte er mir und offerierte eine Lösung. Ein Assessment Coaching für 600 Franken pro Semester verbessere meine Chancen erheblich; bei Nichtbestehen bekäme ich mein Geld zurück. Reicht es nun nicht einmal mehr, Kurse zu besuchen, hunderseitige Skripte zu verinnerlichen und Übungen zu bewältigen? Muss ich jetzt auch noch Unsummen aufbringen, nur um dieses berüchtigte Assessment zu bestehen? Am Mittwoch fanden auch die Startwochentutoren eine Rundmail desselben Anbieters in ihrem Postfach. Dort bat man, die Vorzüge des Coachings in den jeweiligen Gruppen vorstellen zu dürfen. Als Belohnung winkt ein Preis im Wert von 300 Franken. Man möchte ja Anreize setzen. Die Mail versprach ausserdem, eine «Bestehensgarantie», die dann aber leider in einer weiteren Mail fix zurückgezogen wurde. Schade! Der ganze Sachverhalt ist aus mehrerlei Hinsicht zutiefst problematisch. Zum einen ist es bedenklich, wenn Tutoren ihre Glaubwürdigkeit einsetzen, um sich auf Kosten ihrer Schützlinge zu bereichern. Weiter mutet es bedenklich an, wenn ein Unternehmen ohne vorzuweisende Erfolge mit solch verlockenden Versprechungen um sich wirft, das Produkt aber in keinster Weise neue Inhalte zu liefern scheint. Zu guter Letzt ist auch der Standpunkt der Universität in solchen Angelegenheiten eindeutig, wie uns Marius Hasenböhler, Leiter Kommunikation mitteilt: «Kommerziellen Anbietern von Prüfungsvorbereitungskursen ist es untersagt, auf dem Campus Werbung zu machen.» Die Umsetzung dieser Regel scheint jedoch nicht immer ganz konsequent angewandt zu werden. (Dominik Mayer & Eliane Troxler)

 

Same, same, but different

The University of St.Gallen offers two different Assessment tracks: an English one and a German one. We spent some time with
students of the English track to find out more about our international student body.

Offering the Assessment year in two languages has made the student body more diverse.

Offering the Assessment year in two languages has made the student body more diverse.

ST.GALLEN. The University of St.Gallen is not only known in Switzerland for its excellent education, but worldwide. To meet its global reputation, our university introduced an English bachelor level and respectively, an English assessment year three years ago. Whilst numerous Swiss Germans still prefer the traditional path, inhabitants west of the «Röstigraben» perceive English as far more approachable; opposed to the fact that they have all been confronted with German in their high school from an early age on. Also, the international reputation of our university attracts lots of international students. Swiss Politics at center stage Meet Henry. Henry is a remarkably ambitious assessment student starting here this year. His roots lie in Hong Kong and the UK. Growing up and graduating in Britain raised his interest for British politics. Now, coming to St.Gallen, as a complete foreigner with just a little previous knowledge about Swiss society and economics, he is being confronted with one of the hottest topics in Swiss politics right now: The pension provision conflict. As he is not affected by it directly, one could think that this would cause boredom. However, quite the opposite is true: «Looking at the government’s measurements in Switzerland when it comes to the pension scheme reform is really interesting. Especially when compared to the current situation in the UK.» He is not alone with this opinion. When asked about the case study, every foreign student agreed that it was indeed not boring, but quite fascinating. Networking opportunity Whenever you meet a Swiss German student in the English track, one can guess that they must be quite skilled in speaking a foreign language. That could have various reasons, as for example, English speaking parents, or spending the childhood in another country. Like Aneirin for whom both holds true. He spent his teenage years in Basel with his British family after growing up in the UK. The English track gives him the chance to be prepared for an international career. For him going back to the UK would be an option as London seems like a great place to work. When it comes to Freshers’ Week, his focus is clear: «Personally, I mostly use the Starter week to get to know new people. Socializing and networking play a significant role in a student’s life. As long as the university does not demand too much from ones performance, I want to spend most of my free time to expand my circle of friends.» He is not interested in winning the price, but having a good time. A dangerous choice? Although no official numbers are published, a rumor spreads around that failure rates in the English track are higher. Could that be true? For C´eline, a francophone, the language barrier could be a major obstacle: «Maybe it’s too big of a life step for the new students. They have a harder time adjusting compared to their co-students in the German track.» Well, we do not know whether the myth of higher failure rates is true. But even if it would be, it should not be a reason to be afraid, as there is still a huge difference between correlation and causality. And to be exposed to an international student body is definitely an advantage and will help when starting an international career. (Isabel Hoffet & Marios Vettas)

Für die einen Glück, für die anderen Gefahr

Zeitgenössische Kunst von Felice Varini.

Zeitgenössische Kunst
von Felice Varini.

ST.GALLEN. «Schwarz geht gar nicht. Heute ist Rot!» Mit diesen Worten und einem abschätzigen Blick wies mich die komplett in Rot gekleidete Frau vor einem Berliner Nachtklub weg. Doch da der Uni-Beginn in vielerlei Hinsicht einen Neustart bedeutet, entschliesse ich mich, Rot eine zweite Chance zu geben. Drei Kunstwerke an der HSG eignen sich bestens dazu: ein Porträt von Yan Pei-Ming in der Sporthalle, eine geometrische Zeichnung im dreidimensionalen Raum von Felice Varini im Bibliotheksgebäude und ein filigranes Mobile von Alexander Calder im Hauptgebäude. Schon seit den 60er-Jahren hängt das Werk «Ohne Titel» von Alexander Calder an der HSG. Das Konstrukt aus Stahlblech schwebt direkt über der ohnehin schon zu schweben scheinenden Treppe. Kunstwerk und Architektur interagieren: Beim Hinaufsteigen der Treppe nimmt der Betrachtende immer wieder andere Perspektiven ein und sieht das Werk somit aus verschiedenen Blickwinkeln. Von der Perspektive abhängig ist auch das Werk von Felice Varini. Die scheinbar willkürlich gesetzten Striche und Flächen formen sich jedoch nur von einem einzigen Standpunkt aus zum Gesamtbild. Die in Reihen angeordneten Kreise scheinen so inmitten des Raumes zu stehen. Langer Weg in die Sporthalle Eine lange Reise hat das «Red Self-Porträt» des chinesischen Künstlers Yan Pei-Ming hinter sich. Ein Alumnus der HSG ersteigerte das Werk in New York für den privaten Besitz. Er merkte jedoch schnell, dass er keine Wand in der erforderlichen Grösse zur Verfügung hatte und vermachte das rote Gemälde kurzerhand der HSG. Doch auch hier dasselbe Problem: Die grösste Wand misst 3,30 und nicht die benötigten 3,50 Meter. Hinzu kommt, dass das Werk mit genügend grossem Abstand betrachtet werden muss. Wer zu nahe am Werk steht, kann vom Gesicht nichts erkennen. Mit der Plazierung in der Sporthalle konnte das Problem gelöst werden. Das leuchtende Rot und die Beschränkung auf zwei Farben werden durch den eintönigen Beton im Hintergrund zusätzlich betont. Die bewusste Reduktion auf zwei Farben ist typisch für Yan Pei-Ming. Nebst Weiss und Grau hat es ihm vor allem die Farbe Rot angetan: «Für Chinesen bedeutet Rot Glück, für Europäer eher Gefahr und für mich Gewalt.» (Lea Schüpfers)

Kolumne: Qual der Wahl

Als neu eingetretene Assessmentstudenten werden wir diese Woche auf eine harte Probe gestellt. Es gilt unseren Entscheidungsapparat zu schärfen und Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Wie viel Alkohol werde ich heute abend konsumieren? Trischli oder Ele? Werde ich morgen überhaupt noch aufstehen können? Wird das noch was mit der Fallstudie? So oder so ähnlich geht es in der Startwoche weiter, ehe man im späteren Uni-Alltag vor ernsteren Fragen steht. Die Frage nach dem richtigen Abendprogramm weicht der Frage nach dem richtigen Lernvorgehen. Buch lesen und Skripte bearbeiten oder auf Uniseminar setzen? Wann schreibe ich die Semesterarbeit, und welche Sprachprüfung soll ich ablegen? Die Zeit ist knapp. Sehr früh lernen wir das Konzept der Opportunitätskosten kennen, welches besagt, dass man für das eine auf das andere verzichten muss. Ein weiser Mann hat mal gesagt, es ist egal, welche Entscheidung man trifft, Hauptsache, man ist bereit, die Konsequenzen zu tragen. Ich werde nicht dafür verurteilt, wenn ich die ganze Nacht durchfeiere und am nächsten Morgen völlig erschöpft zum Arbeiten erscheine. Ich muss bloss mit mir selbst im Reinen und dazu fähig sein, trotzdem die von mir erwartete Leistung abzurufen. Aber von Verantwortung wollen wir diese Woche nichts hören: Das Bidding war ja bereits kompliziert genug. Jetzt ist Zeit zum Feiern! (Marios Vettas)

«Studieren, was Freude bereitet!»

Die Versicherungslandschaft der Schweiz steht vor grossen Herausforderungen. Dr. Philipp Gmür, CEO der Helvetia Gruppe, spricht im Interview über Altersvorsorge, die Initiative «AHVplus» und gibt Tipps an Studentinnen und Studenten.

Dr. Philipp Gmür CEO Helvetia Gruppe

Dr. Philipp Gmür
CEO Helvetia Gruppe

Herr Gmür, Sie sind jetzt 53 Jahre alt. Haben Sie sich schon Gedanken zu Ihrer Pensionierung gemacht?

Philipp Gmür: Ja, ich habe ins Auge gefasst, mit 65 Jahren etwas kürzer zu treten, um anderen Vorlieben nachzugehen. Aber im Moment ist die Pensionierung noch weit weg.

In Ihrer Präsentation zum Thema Vorsorgerisiken zeigten Sie Herausforderungen für die AHV auf. Ist die AHV denn ein Auslaufmodell?

Gmür: Nein, solange es ein Gleichgewicht zwischen Erwerbstätigen und Rentnern gibt, ist das Modell sinnvoll, man darf es einfach nicht überlasten. Nicht alle Erwerbstätigen erwirtschaften so hohe Einkommen, dass sie ihren Ruhestand selber finanzieren können. Insofern braucht es einfach eine gewisse soziale Umverteilung. Die Initiative «AHVplus» schlägt vor, die AHV-Renten um 10 Prozent zu erhöhen. Was meinen Sie zu dieser Initiative?

Gmür: Ich bin absolut dagegen. Die Initiative schlägt eine Erhöhung der Renten nach dem Giesskannenprinzip vor, berücksichtigt also nicht, ob eine Rentnerin oder ein Rentner eine höhere AHV überhaupt braucht. Diejenigen, die eine solche nötig hätten, erhalten künftig einfach weniger Ergänzungsleistungen.

Die Initiative kostet viel, bringt aber nichts. Sie sind bereits seit 23 Jahren bei Helvetia tätig. Was bindet Sie an dieses Unternehmen?

Gmür: Ich durfte innerhalb der Helvetia immer wieder neue, spannende Herausforderungen annehmen. Gemeinsam als Team akquirierten und integrierten wir während der vergangenen Jahre zahlreiche neue Firmen und lancierten vielversprechende Geschäftsideen. Ich verstehe mich sehr gut mit unseren Führungskräften und auch mit vielen weiteren Mitarbeitenden bei Helvetia. Dieser Zusammenhalt motiviert und ermöglicht, erfolgreich für das Unternehmen tätig zu sein.

Sie sind jetzt CEO der Helvetia Gruppe. Vorher waren Sie Chef von Helvetia Schweiz. Inwiefern hat sich Ihr Aufgabenbereich verändert?

Gmür: Als CEO der Helvetia Gruppe bin ich auch für alle Auslandeinheiten zuständig und habe einen noch engeren Bezug zu Investoren und Finanzanalysten. Grundsätzlich erweiterte sich einfach das Aufgabenspektrum. Die Fragestellungen blieben aber die gleichen: Was für eine Vision habe ich? Welche Strategie? Welche Mittel und welche Menschen brauche ich dafür?

Sie studierten an der Universität Fribourg, an der Duke Law School und in Harvard. Sie haben also recht viel Zeit auf dem Campus verbracht. Haben Sie Tips für angehende Studentinnen und Studenten?

Gmür: Grundsätzlich glaube ich, das man immer machen sollte, was einen begeistert. Dies gilt auch fürs Studium. Es ist eine Vorbereitung auf das zukünftige Leben. Meiner Meinung nach sollte man sich nicht zu früh spezialisieren, weil man ja auch nicht weiss, wohin einen das Leben führt. Die Studentengeneration dieser Tage wird wahrscheinlich noch viel öfter als früher den Arbeitsplatz wechseln und völlig unterschiedliche Beschäftigungen annehmen. Deshalb kommt es eigentlich gar nicht so darauf an, was man studiert hat, sondern vielmehr, dass man eine solide Ausbildung hat. Analytisches Denken, Problemerfassung und Problemlösung sollten während eines Studiums erlernt werden.

(Interview: Tim Haltiner)

Start Up statt Suit up

Caspar Copetti hat an der HSG Internationales Management studiert. Heute ist er Inhaber der Firma “On Running Shoes”. Melanie Monstein hat von ihm erfahren, was zur Gründung eines erfolgreichen Start Ups gehört und wieso er sich gegen das typische HSG Klischee stellt.

Bildquelle: www.transformamus.com

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Zeitvorsorge

Einer speziellen Art der Altersvorsorge ist Svenja Schraner nachgegangen. Pensionierte helfen Pensionierten mit Zeit statt Geld.

Bildquelle: www.altersvorsorge.ch

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